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Anekdote zum Senken der Arbeitsmoral – Heinrich Böll

Die  „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ von Heinrich Böll aus dem Jahre 1963 ist heute aktuell wie nie. Dieser Fischer hat eine wunderbare Lösung gefunden, einem Burnout vorzubeugen….

In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas, liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren: blauer Himmel, grüne See mit friedlichen, schneeweißen Wellenkämmen, schwarzes Boot, rote Fischermütze. Klick. Noch einmal: klick, und da aller guten Dinge drei sind und sicher sicher ist, ein drittes Mal: klick.

Das spröde, fast feindselige Geräusch weckt den dösenden Fischer, der sich schläfrig aufrichtet, schläfrig nach seiner Zigarettenschachtel angelt. Aber bevor er das Gesuchte gefunden, hat ihm der eifrige Tourist schon eine Schachtel vor die Nase gehalten, ihm die Zigarette nicht gerade in den Mund gesteckt, aber in die Hand gelegt, und ein viertes Klick, das des Feuerzeuges, schließt die eilfertige Höflichkeit ab. Durch jenes kaum messbare, nie nachweisbare Zuviel an flinker Höflichkeit, ist eine gereizte Verlegenheit entstanden, die der Tourist – der Landessprache mächtig – durch ein Gespräch zu überbrücken versucht. 
„Sie werden heute einen guten Fang machen.“ 
Kopfschütteln des Fischers. „Aber man hat mir gesagt, dass das Wetter günstig ist.“ Kopfnicken des Fischers. 
„Sie werden also nicht ausfahren?“ Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen. Gewiss liegt ihm das Wohl des ärmlich gekleideten Menschen am Herzen, nagt an ihm die Trauer über die verpasste Gelegenheit. „Oh? Sie fühlen sich nicht wohl?“ Endlich geht der Fischer von der Zeichensprache zum wahrhaft gesprochenen Wort über. 
„Ich fühle mich großartig“, sagt er. „Ich habe mich nie besser gefühlt.“ Er steht auf, reckt sich, als wollte er demonstrieren, wie athletisch er gebaut ist. „Ich fühle mich phantastisch.“ 
Der Gesichtsausdruck des Touristen wird immer unglücklicher, er kann die Frage nicht mehr unterdrücken, die ihm sozusagen das Herz zu sprengen droht: „Aber warum fahren Sie dann nicht aus?“ Die Antwort kommt prompt und knapp. 
„Weil ich heute morgen schon ausgefahren bin.“ „War der Fang gut?“
 „Er war so gut, dass ich nicht noch einmal auszufahren brauche. Ich habe vier Hummer in meinen Körben gehabt, fast zwei Dutzend Makrelen gefangen.“

Der Fischer, endlich erwacht, taut jetzt auf und klopft dem Touristen auf die Schulter. Dessen besorgter Gesichtsausdruck erscheint ihm als ein Ausdruck zwar unangebrachter, doch rührender Kümmernis. „Ich habe sogar für morgen und übermorgen genug!“ sagte er, um des Fremden Seele zu erleichtern. „Rauchen Sie eine von meinen?“ 
“Ja, danke.“ 
Zigaretten werden in Münder gesteckt, ein fünftes Klick. Der Fremde setzt sich kopfschüttelnd auf den Bootsrand, legt die Kamera aus der Hand, denn er braucht jetzt beide Hände, um seiner Rede Nachdruck zu verleihen. „Ich will mich ja nicht in Ihre persönlichen Angelegenheiten mischen“, sagt er, „aber stellen Sie sich mal vor, Sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht sogar ein viertes Mal aus, und Sie würden drei, vier, fünf, vielleicht sogar zehn Dutzend Makrelen fangen. Stellen Sie sich das mal vor!“ 
Der Fischer nickt. 
„Sie würden“, fährt der Tourist fort, „nicht nur heute, sondern morgen, übermorgen, ja, an jedem günstigen Tag zwei-, dreimal, vielleicht viermal ausfahren – wissen Sie, was geschehen würde?“ 
Der Fischer schüttelt den Kopf. 
„Sie würden sich in spätestens einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren könnten Sie vielleicht einen kleinen Kutter haben, mit zwei Booten oder dem Kutter würden Sie natürlich viel mehr fangen – eines Tages würden Sie zwei Kutter haben, Sie würden…“, die Begeisterung verschlägt ihm für ein paar Augenblicke die Stimme, „Sie würden ein kleines Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem eigenen Hubschrauber herumfliegen, die Fischschwärme ausmachen und Ihren Kuttern per Funk Anweisung geben, sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren – und dann…“ – wieder verschlägt die Begeisterung dem Fremden die Sprache.

Kopfschüttelnd, im tiefsten Herzen betrübt, seiner Urlaubsfreude schon fast verlustig, blickt er auf die friedlich hereinrollende Flut, in der die ungefangenen Fische munter springen. „Und dann“, sagt er, aber wieder verschlägt ihm die Erregung die Sprache. Der Fischer klopft ihm auf den Rücken wie einem Kind, das sich verschluckt hat. „Was dann?“ fragt er leise. 
„Dann“, sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, „dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen – und auf das herrliche Meer blicken.“ „Aber das tu ich ja schon jetzt“, sagt der Fischer, „ich sitze beruhigt am Hafen und döse, nur Ihr Klicken hat mich dabei gestört.“ Tatsächlich zog der solcherlei belehrte Tourist nachdenklich von Dannen, denn früher hatte er auch einmal geglaubt, er arbeite, um eines Tages einmal nicht mehr arbeiten zu müssen, aber es blieb keine Spur von Mitleid mit dem ärmlich gekleideten Fischer in ihm zurück, nur ein wenig Neid.

Wie viele Umarmungen braucht der Mensch?

UmarmungDie Begründerin der Familientherapie, Virginia Satir, war der Ansicht:

„Wir benötigen pro Tag 4 Umarmungen zum Überleben.
Wir benötigen pro Tag 8 Umarmungen zum Leben.
Wir benötigen pro Tag 12 Umarmungen zum Wachstum.“

Und wie viele Umarmungen hast du heute schon genossen?

Wenn es (noch) zu wenige sind – vielleicht magst du hier aktiv werden? Werde Teil der „Free-Hugs“-Bewegung. Oder auf deutsch „Gratis-Umarmung“.

Lass dich einfach überraschen, wie viele Lächeln du auf (d)ein Gesicht zauberst….

Termin zum Vormerken: der 21. Jänner ist der Tag der Umarmung!

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte

Dieses Gedicht wird dem argentinischen Dichter Jorge Luis Borges zugeschrieben. Doch ganz egal, wer der Verfasser ist: Es erinnert uns daran, ganz im Hier und Jetzt zu leben. Schöne Dinge nicht länger aufzuschieben, sondern sie zu geniessen, sobald sie uns begegnen. Und wir alle brauchen manchmal diese kleine Erinnerung…..

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
im Nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.

Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr Entspannen.

Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben.
Ich

würde mehr riskieren,
würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr Bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.

Falls du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht nämlich das Leben;
nur aus Augenblicken;
vergiß nicht den jetzigen.

Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an
bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.

Aber sehen Sie … ich bin 85 Jahre alt
Und weiß, daß ich bald sterben werde.“

Was hörst du?

Gerade jetzt, wo die Natur voller Geräusche ist – Vogelgezwitscher, das Summen der Insekten, das Rauschen des Windes, das Plätschern des Regens und vieles mehr – ist eine wunderbare Gelegenheit, das eigene Gehör zu schulen. Worauf achten wir am meisten? Bei welchem Geräusch horchen wir hin? Was tritt aus dem Klangteppich einer Stadt heraus? Oder haben wir einfach abgeschaltet, weil uns die ständige Geräuschkulisse einfach zu viel wird?   P1000589

Ein Tipp zum Abschalten: Die „Hotline Stille“.

„Hotline Stille“ ist eine Telefon-Hotline, mit Hilfe derer die Alltags-Hektik der Kraft der Innenschau auf niederschwellige Art gegenüber gestellt wird.

“Hotline Stille” regt Menschen dazu an, die innere Kraftquelle und Lebendigkeit wieder zu entdecken.

Mehr unter: Hotline Stille

 

Und hier noch eine kleine Geschichte dazu:

Der Indianer und die Grille

Ein Indianer, der in einem Reservat weit von der nächsten Stadt entfernt wohnte, besuchte das erste Mal seinen weißen Bruder in der Großstadt.

Er war sehr verwirrt vom vielen Lärm, von der Hektik und vom Gestank in den Straßenschluchten. Als sie nun durch die Einkaufsstraße mit den großen Schaufenstern spazierten, blieb der Indianer plötzlich

stehen und horchte auf.

„Was hast du“, fragte ihn sein Freund. „Ich höre irgendwo eine Grille zirpen“, antwortete der Indianer. „Das ist unmöglich“, lachte der Weiße. „Erstens gibt es hier in der Stadt keine Grillen und zweitens würde ihr Geräusch in diesem Lärm untergehen.“

Der Indianer ließ sich jedoch nicht beirren und folgte dem Zirpen. Sie kamen zu einem älteren Haus dessen Wand ganz mit Efeu überwachsen war. Der Indianer teilte die Blätter und tatsächlich: Da saß eine große Grille.

„Ihr Indianer habt eben einfach ein viel besseres Gehör“, sagte der Weiße im weitergehen. „Unsinn“, erwiderte sein Freund vom Land. „Ich werde Dir das Gegenteil beweisen“. Er nahm eine kleine Münze aus seiner Tasche und warf sie auf den Boden. Ein leises „Pling“ ließ sich vernehmen. Selbst einige Passanten, die mehr als zehn Meter entfernt standen, drehten sich augenblicklich um und schauten in die Richtung, aus der sie das Geräusch gehört hatten.

„Siehst Du mein Freund, es liegt nicht am Gehör. Was wir wahrnehmen können oder nicht, liegt ausschließlich an der Richtung unserer Aufmerksamkeit. Was Du hörst, sagt mehr darüber aus wie Du denkst, als was Dich umgibt.“

(Indianische Weisheit)

Was wir

hören zeigt uns manchmal mehr über unsere innere Welt als über das, was im Außen passiert.

Was hörst Du?

Dieser

Definition von Erfolg kann ich mich rückhaltlos anschließen – das hält lebendig!

Erfolg heißt:

Oft viel lachen;
die Achtung intelligenter Menschen
und die Zuneigung von Kindern gewinnen;
die Anerkennung aufrichtiger Kritiker verdienen
und den Verrat falscher Freunde ertragen;
Schönheit bewundern, in anderen das Beste finden;
die Welt ein wenig besser verlassen, ob durch
ein gesundes Kind, ein Stückchen Garten oder
einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der
Gesellschaft; wissen, dass wenigstens das Leben
eines anderen Menschen leichter war, weil Du gelebt hast.
Das bedeutet, nicht umsonst gelebt zu haben.

(Ralph Waldo Emerson)

Was macht dich lebendig?

„Frag nicht, was die Welt braucht!
Frag vielmehr, was dich lebendig macht
und dann geh hin und tue genau das.
Denn was die Welt am meisten braucht,
sind Menschen, die lebendig sind!“
(Howard Thurman)

  • Kannst du auf Anhieb benennen, was dich lebendig macht?
  • Vielleicht fühlst du dich manchmal überfordert, lustlos, ausgebrannt?
  • Oder du hast dir zu viele Verpflichtungen aufgeladen, weil du andere nicht enttäuschen willst?
  • Kann es sein, dass du dir einfach öfters eine Verschnaufpause wünscht, um Zeit für dich zu haben und deine ureigensten Bedürfnisse wieder wahrnehmen zu können?

Wenn du bei diesen Fragen genickt hast, dann bist du in guter Gesellschaft. Viele von uns tragen viele Hüte und füllen viele Rollen aus: in der Familie, der Partnerschaft, der Arbeit, der Gesellschaft, oft durch unsere hohen Ansprüche an uns selbst und vieles mehr.

Dazu

kommt: Mehr als 80% der Menschen üben eine Arbeit aus, die sie weder befriedigt noch ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten gerecht wird. Trotzdem harren sie dort aus, weil sie keine Alternativen sehen oder aus Angst vor Veränderung. Manchmal einfach aus der Befürchtung heraus, auf Grund der Wirtschaftslage, ihres Alters oder des Marktes keine andere Möglichkeit zu haben. Und genau das führt allmählich dazu, dass wir uns weniger und weniger zutrauen und in einer unbefriedigenden Situation feststecken. Das ist der Nährboden, auf dem Frust, Depressionen oder Burnout entstehen!

Welche Vergeudung von Energie, Intelligenz und Erfahrung! Was für eine Verschwendung von Ressourcen, Talenten und Lebenszeit!

Du kannst wählen!

Meine Erfahrung ist: auch wenn ich die Umstände manchmal nicht ändern kann oder will, wohl aber die Art und Weise, wie ich mit ihnen umgehe.

Ich kann wählen wie ich denke, wie ich mich fühle, wie ich handle, welche Entscheidungen ich treffe. (Auch keine Entscheidung zu treffen ist letztlich eine Entscheidung!). Ich kann wählen, mit welchen Menschen ich Zeit verbringe, ich kann herausfinden, was mich nährt und unterstützt. Das kann ich lernen! Und das macht all den Unterschied aus.

Finde was wirkt,
Finde was dich nährt,
Finde was dich unterstützt und dir gut tut,
Finde, was dich lebendig hält!

Wie gehst du es an?

Durch Fragen, neugierig sein, Experimentieren, Reflektieren, Erinnern, Wiederholen.

Durch den Mut, für dich selbst einzutreten. Für dich. Um ein gutes Leben zu führen, was immer du darunter verstehst. Mit dir und anderen liebevoll und wertschätzend umgehen.

Deine Fähigkeiten und Talente zu nutzen.

Und dir die Fähigkeit bewahren, um zu Staunen, Spaß zu haben und mit Leichtigkeit zu leben. Und zwar unabhängig von den jeweiligen Umständen!

Gerne unterstütze ich dich dabei, neue Wege einzuschlagen!

 Irmgard Kravogel

Deine Mutmacherin für ein erfülltes Leben
und mehr Lebendigkeit im Alltag.